Siderophile Granulation

aktualisiert: 13.04.2018 07:59:28




Einführung

Die Siderophilie ist von geringer taxonomischer Bedeutung und hat keine Bedeutung in der Notfall-Mykologie, zumal die Methode tatsächlich aufwendig ist.

Nicht alle Vesikeln (auch grosse im LM sichtbare) des endoplasmatischen Reticulums färben sich mit Carmin, andere sind zu klein, als dass sie mit dem LM gesehen werden können. Clémençon unterscheidet einen Makro-Typ, einen Gigas-Typ, einen Oligo-Typ, einen Mikro-Typ und einen Krypto-Typ. Siderophile Granula fand er auch bei Nyctalis, Termitomyces, einigen Arten von Rhodocybe (Makro-Typ), Lindtneria trachyspora, Tylopilus felleus (Gigas-Typ), Hypszigus ulmarius und Lyophyllum connatum (Oligo-Typ, d.h. geringe Anzahl von Makro-Granula), Entoloma, Rhodocybe, Russula und Melanoleuca (Mikro-Typ, DM der Granula nur 0,05-0,2 um, nur im EM zu erkennen), Agrocybe pediades und Rhodocybe parilis (Krypto-Typ, dh. sehr geringe Zahl von Mikro-Typ Granula).
Die Vesikeln des endoplasmatischen Reticulums ERV enthalten Proteine, die Metalionen binden (Ti, Zr, Hf, Th, Mo, U, Fe, Ru, Os, Co, Cu, Zn, Pb, As, Sb, Bi. Diese Metalle können durch jede zytochemische Methode, die eine Farbreaktion ergeben, nachgewiesen werden (Haematoxylin, Sodium Sulphat etc.)

Fazit:
Die Siderophilie ist von geringer taxonomischer Bedeutung. Ihr Nachweis ist aufwendig und hat keine Bedeutung in der Notfall-Mykologie.
Weiterführende Literatur: Clémençon H. Cytology and Plectology of the Hymenomycetes. Bibliotheca Mycologica, J.Cramer in der Gebrüder Borntraeger Verlagsbuchhandlung, Berlin-Stuttgart 2004. S.138-141.

Methode

nach Clémençon

Anleitung

1) Fragment von höchstens 2 mm² entnehmen.
2) Fragment in Eisenbeize einlegen: Objektträger mit Hohlschliff oder Urglasschälchen.
3) Fragment direkt in eine gesättigte, dunkelrote (!!) Lösung von Karminessigsäure in einem Eppendorf-Tubus übertragen. Tubus gut verschliessen.
4) Im Wasserbad eines Reagenzglases 2 Minuten sieden.
5) Inhalt auf Papiertaschentuch ausleeren.
6) Inhalt auf Papiertaschentuch ausleeren und die schwarz gefärbte Pilzprobe mit einer Nadel auf Objektträger übertragen.
7) Schwarz gefärbte Pilzprobe mit einer Nadel auf Objektträger übertragen.
8) Quetschpräparat in Wasser oder Hoyer's-Lösung (Dauerpräparat).

Warnung

Eisenbeize ist giftig, reizt Bindehäute und Atemwege und greift Metalle an.


Arten / Gattungen mit dieser Eigenschaft - Merkma:

Calocybe: Schönköpfe

Lyophyllum: Raslinge, Graublatt

Links

Eisenbeize - (4488)

Färben und Präparieren - (9048)


Siderophile Granulation - 1. Fragment abschneiden 2 x 2 mm - Flammer, T© 546

Siderophile Granulation - 2. Fragment in Eisenbeize einlegen - Flammer, T© 547

Siderophile Granulation - 3. Fragement in Eppendorf Tubus mit Karminessigsäure - Flammer, T© 892

Siderophile Granulation - 4. 2 Min. im Wasserbad sieden - Flammer, T© 893

Siderophile Granulation - 5. Ausleeren und mit Präpariernadel auf Objektträger transferieren - Flammer, T© 609

Siderophile Granulation - 6. Probe auf Objektträger übertragen - Flammer, T© 894

Siderophile Granulation - 7. Quetschpräparat in Wasser oder Hoyer (Dauerpräparat) - Flammer, T© 557

Siderophile Granulation - mikroskopieren - Flammer, T© 7561

Siderophile Granulation - Basidie mit siderophiler Granulation - Flammer, T© 7564