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Unverträglichkeit von Pilzen

aktualisiert: 26.11.2016 11:03:57

Ich habe schon unzählige Geschichten gehört und es auch schon am eigenen Leibe erlebt.
1) Mir ist mal eine Portion Teigwaren mit gekochten Märzellerlingen ziemlich stark aufgelegen.
2) Ein Kollege erzählt mir von seinen Brechdurchfällen in Italien nach Steinpilzen und wiederholten Brechdurchfällen ein Jahr später nach erneutem Konsum (er kennt sich mit Pilzen gut aus).
3) Eine Frau erzählt mir nach einer schlaflosen Nacht und Brechdurchfällen nach Steinpilzen.
4) Eine Frau erzählt mir von einem Brechdurchfall nach einer Pilzvorspeise auf einem Kreuzfahrtschiff und dass sie die einzige gewesen wäre.

Nun es sind alles Geschichten die man in Frage stellen kann: Wurden die Märzellerlinge genügend lange gekocht, wurde zu üppig zugeschlagen, waren die Steinpilze auch Steinpilze und waren sie frisch, waren es auf der Kreuzfahrt auch wirklich die Pilze und nicht sonst was auf dem Buffet oder halt ein bisschen Seekrankheit. Ganz genau wird man es im Nachhinein nicht rekonstruieren können und es sind alles eher harmlose Beispiele wo sowohl individuelle als auch externe Faktoren die Ursache sein können: Falsche Zubereitung, individuelle Unverträglichkeit, Frische der Ware, etc.

Einführung

Pilze sind grundsätzliche schwer verdaulich. Für die Verdauung des in Pilzen enthaltenen Chitins fehlt uns ein entsprechendes Enzym.

Nicht alle Menschen reagieren gleich auf den Genuss von Pilzen. Bei einer Unverträglichkeit auf Speisepilze können immer verschiedene Kriterien mitspielen. Mit dem unten beschriebenen Vorgehen habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Fragen

1. Besteht eine angeborene Unverträglichkeit?
2. Wie gross war die Menge der verzehrten Pilze?
3. Wie wurden die Pilze zubereitet? Kochzeit?
4. Wie wurden die Pilze konsumiert? Gekocht, roh, aufgetaut, gedörrt und eingeweicht?
5. Was wurde sonst noch mit den Pilzen konsumiert. Andere schwerverdauliche Lebensmittel?
6. Konsum von Alkohol? Alkohol löst bei gleichzeitigem Genuss von Faltentintlingen eine heftige Vergiftungsreaktion, das Coprinus-Syndrom aus.
7. Oder wurde einfach zu viel Alkohol getrunken und zu üppig zugegriffen?
8. Wurde eine Mahlzeit mit Pilzen aufgewärmt? Wie lange und wo stand das Kochgut?
9. Woraus bestand das Kochgut. Wurde nur ein bestimmter Pilz verwendet oder bestand das Gericht aus mehreren Pilzarten, also ein Mischgericht?

Zubereitung

1. Pilze genügend lang kochen und Zubereitungshinweise beachten.
2. Nur frische, kontrollierte und einwandfreie Fruchtkörper zubereiten. Weiche und matschige Pilze stehen lassen.
3. Nicht Unmengen von Pilzen konsumieren, sondern Pilze als gut schmeckende Beilage verwenden.
4. Pilze weder beim Sammeln noch bei Lagern in Plastiksäcken aufbewahren. Körbe eigenen sich am besten.
5. Pilze sofort dörren oder einfrieren, wenn man mal einen schönen Fund gemacht hat oder keine Lust auf Pilze hat.
6. Hinweise im folgenden link studieren. http://www.pilzepilze.de/rezept.html
7. Wenn mal von einer Mahlzeit etwas übrig bleibt sofort kühl stellen, zudecken und innerhalb 24 Stunden verwerten.
8. Konsum von Pilzen mit speziellen Zubereitungsvorschriften meiden, wie solche bei denen man zuerst das Kochwasser abgiessen muss.
9. Roh verwende ich nur Trüffel geraffelt auf Reis, Teigwaren, Rührei, etc. und Zuchtchampignons zur Dekoration und Beigabe im Salat.
10. Pilze nicht tagelang lagern, sondern am besten sofort konsumieren.

Pilzallergie