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Radioaktivität

aktualisiert: 20.10.2016

Schon zur Zeit der überirdischen Kernwaffentests wurden in diversen Pilzen erhöhte Werte der Radionuklide Cs-134 und Cs-137 festgestellt. Im Jahre 1986, nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl, gewann die Cäsiumaktivität in Pilzen wieder stark an Bedeutung. Gewisse Pilze (artspezifisch) reicherten die Cäsiumisotope in erhöhtem Masse an und überschritten den Toleranzwert von 600 Bq/kg Frisch- und Trockengewicht um ein Vielfaches.

Wildpilze sind gute Bioindikatoren bezüglich Radiocäsium. Sie ermöglichen Veränderungen der Radioaktivität frühzeitig feststellen zu können.
Auch im 2008, fast 22 Jahre nach der Explosion im ukrainischen Kraftwerk Tschernobyl, werden noch extrem hohe Dosen an Radioaktivität in Wildfleisch gemessen. 2008 ermittelten die Messgeräte noch mehr als 10'000 Bq/kg (Becquerel pro Kilogramm = Messeinheit für Radioaktivität).

Allerdings war die Ablagerung der radioaktiven Isotope in Europa sehr unregelmässig und konzentrierte sich auf gewisse Gebiete, so dass längst nicht überall solch hohe Werte vorkommen.

Wildfleisch mit einer Belastung von 600 Bq/kg darf nicht mehr verzehrt werden und muss der Entsorgung zugeführt werden.

Auch gewisse Pilze wie z.B. Maronenröhrlinge reichern CS-137 vermehrt an, so dass in gewissen Gegenden die Belastung über den empfohlenen Grenzwerten liegt. Solche Pilze sollten deshalb nicht oder nur in geringen Mengen genossen werden.


Bild Nr. 3656 Flammer, T